Hungarikum Dorf

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Hungarikum Dorf

Der neue Schauplatz des Sziget-Festivals, das sog. Hungarikum Dorf soll einen Einblick in die facettenreiche Volkskultur Ungarns geben. Mit der Unterstützung des Direktoriums für das Regionalentwicklungsprogramm „Neues Ungarn“ (ÚMVP) und der landesweiten Berufsverbände wird inmitten von Budapest das ungarische Landleben mit all seinen Traditionen und Schönheiten sowie einzigartigen Kulturschätzen zu erleben sein. Die Tanzgruppen, Volksensembles, Handwerks- und Folkloreprogramme werden jedes Jahr einem Thema entsprechend ausgewählt. 2009 dreht sich alles um die Hochzeit.

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Hochzeit

In alten wie in neuen Zeiten ist die Hochzeit der größte und schicksalhafteste Wendepunkt im Leben eines Menschen. An den Vorbereitungen zum Hochzeitsfest nahm früher die ganze Verwandtschaft, manchmal das ganze Dorf aktiv teil, es wurde mit dem jungen Paar gejubelt und gefeiert. Die Hochzeitsrituale umfassten dabei jede Menge Bräuche und Regeln, es wurde sehr viel getanzt, gesungen und sogar gespielt.

Mit den festen Programmen und der Vorstellung von fünf Landschaften an den fünf Festivaltagen wollen wir einen umfassenden Überblick über die Hochzeitsbräuche, die ungarischen Traditionen sowie das Brauchtum der in Ungarn lebenden Minderheiten bieten.

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Hochzeitshaus

Am Hochzeitstag bildet der abendliche „Mulatschag“ (Fest) im Hochzeitshaus den Höhepunkt des Hochzeitsfestes. Außer den üblichen Festtänzen waren die ritualisierten, symbolträchtigen Hochzeitstänze, der Verbunkos sowie spielerische Parodien sehr beliebt, die je nach Landschaft stark variierten.

In dem Hochzeitshaus werden jeden Nachmittag die Hochzeitsbräuche einer anderen Landschaft zum Leben erweckt, die sich im Anschluss in einen bis in die frühen Morgenstunden dauernden Mulatschag verwandeln. Am Nachmittag wird das Programm mit einem von Tanzgruppen begleiteten Hochzeitszug eröffnet, gefolgt von der Aufführung ungarischer und Minderheitentänze der jeweiligen Landschaft. Vor dem abschließenden Mulatschag am Abend können wir an Tanzprogrammen rund um den Hochzeitsablauf und die Hochzeitsbräuche teilnehmen.

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Brauthaus

Nach der Hochzeit verließ die Braut das elterliche Haus und zog zu den Eltern des Bräutigams. Dieser Schritt bedeutete den wichtigsten und folgenreichsten Wendepunkt im Leben der Mädchen. Im elterlichen Haus gingen der Hochzeit jahrelange Vorbereitungen voraus, die in den letzten Wochen alle Familienangehörigen reichlich beschäftigten.

Durch Ausstellungen in dem symbolischen Brauthaus können Besucher die wichtigsten Kunstgriffe beim Zusammentragen der Aussteuer, beim Brezelbacken oder bei der Gestaltung des Haarknotens kennenlernen. In den Werkstätten besteht sogar die Möglichkeit, beim Honigschmücken, Haarflechten und Straußbinden selbst Hand anzulegen.

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Hochzeitskutsche

Ausstellung im Freilichtmuseum von Szentendre


Am Tag vor der Hochzeit wurden die Brautlade und andere Möbel, Bettwäsche und Kleidungsstücke mit einer Pferdekutsche zum zukünftigen Heim der Braut, also zum Haus des Bräutigams gefahren. Dabei wählte man immer die längste Strecke, damit das ganze Dorf sehen konnte, was die Braut alles mitnahm. Die Kutschenfahrt war stets von fröhlicher Musik und regem Interesse begleitet.

Auf der Ausstellung im Freilichtmuseum von Szentendre kann die komplette Aussteuer nicht nur auf alten Fotos bewundert werden, sondern – auf einer fahrbereiten Hochzeitskutsche – auch im Original.

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Hochzeitstopf

Ausstellung der Stiftung Karzat


Der Kuchen ist ein Muss auf jeder festlich geschmückten Tafel und spielt auch unter den Hochzeitsbräuchen eine vornehme Rolle. Die Hochzeitsbrezel und der Hochzeitszopf wurden von den Taufpatinnen und anderen Familienmitgliedern im Brauthaus zubereitet und sorgfältig, liebevoll geschmückt. Die je nach Landschaft variierenden Hochzeitszöpfe wiesen große Unterschiede beim Zubereiten und Schmücken auf.

Im Rahmen der Programmreihe zur Bedeutung des Weizens und der Geschichte des ungarischen Brotes werden auf einer thematischen Ausstellung verschiedene Zopfarten in einer zeitgenössisch eingerichteten Küche vorgestellt. Das Angebot reicht von den mit Lebkuchen, Papierfiguren, Rosmarin und Äpfeln geschmückten Zöpfen über die höchste Fingerfertigkeit erfordernden „Fensterzöpfe“ bis hin zum babyförmigen „Fumu“.


Vorführung


Der Hefeteig wird meist aus den gleichen Zutaten, aber je nach Landschaft in vielen Varianten und auf verschiedenste Art und Weise zubereitet. Bei den Nachmittagsvorstellungen können sich Besucher mit den je nach Region unterschiedlichen Zubereitungsarten für den Hochzeitszopf vertraut machen. Vom vogelförmigen Tubuka bis hin zum „Schlüsselzopf“ wird hier alles Erdenkliche präsentiert.


Vorführung und Werkstatt


Die Lebkuchenfiguren erfreuten sich nicht nur auf den Jahrmärkten großer Beliebtheit, sondern sie waren auch heiß begehrte Geschenke für die Hochzeitsgäste. Form und Verzierung wurde dabei immer an den jeweiligen Anlass angepasst. Eines der wichtigsten Brautgeschenke war das Lebkuchenherz.

In der Nachmittagswerkstatt werden unterschiedlich geschmückte Lebkuchen im Bauernofen gebacken. Die Mitarbeiter des Freilichtmuseums zeigen dabei die einzelnen Zubereitungsschritte, die im Anschluss auch von den Besuchern selbst ausgeführt werden können.

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Knotenfrisur

Vorführung und Werkstatt


Die langen Haarzöpfe der Braut wurden am zweiten Hochzeitstag oder in der Nacht zu einem Knoten gekämmt. Die veränderte Haartracht und die Zeremonie des Knotens war eines der bedeutenden Symbole am Anfang des neuen Lebens.

Am Nachmittag werden alle experimentierfreudigen Mädchen und Frauen vor den Spiegeln erwartet, die ihr Haar in Knoten binden lassen oder die verschiedenen Gestaltungstechniken dieser regional stark variierenden Haartracht selbst ausprobieren wollen.

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Abzeichenhersteller

Vorführung und Werkstatt


Die Besonderheit der Festbekleidung für die Braut, den Bräutigam und die Hochzeitsgemeinde bestand vor allem in den Festabzeichen. Dieser Hochzeitsschmuck hatte außer der symbolischen Bedeutung die Funktion, das Brautpaar unter den Hochzeitsgästen hervorzuheben.

Der mit einem Spiegel versehene Brautstrauß, der Blumenstrauß des Bräutigams und die Verzierung am Stock des Brautführers wurden am Nachmittag aus Blumen und Bändern gebunden. Interessierten Besuchern wird nicht nur die symbolische Bedeutung der verwendeten Stoffe erläutert, sondern sie können sich selbst an der Herstellung von Festabzeichen versuchen.

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Zukunft mit Vergangenheit

... Du bist nicht allein: Du stützt dich auf den Stock deines Großvaters, trägst den Hut deines Vaters, gehst aber deine eigenen Wege.”

Neben der Erhaltung, Dokumentierung und Erforschung des kulturellen und geistigen Erbes legen das Freilichtmuseum und seine Partnerorganisationen großen Wert auf die Pflege und Erneuerung von Traditionen, damit sich die zukünftigen Generationen das kulturelle und geistige Erbe ihrer Vorfahren zu Eigen machen und als ihr eigenes Gedankengut weitervererben können.

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Recycling: Wiederverwertung und Ende der Verschwendung

Ausstellung: Freilichtmuseum Szentendre

Die Rückbesinnung auf das ländliche Erbe lehrt uns das, was wir auch als Vermittlung des guten Gefühls bezeichnen könnten: Wie man Alltagsgegenstände wiederverwertet oder repariert, anstatt sie gleich wegzuwerfen. In der Volkskultur wird jeder einzelne Gegenstand bis ans Ende seiner Lebensdauer genutzt oder – solange es geht – zu immer neuen Zwecken eingesetzt. Aus dem Leinen wurden Betttücher genäht. Waren sie verschlissen, wurden sie geflickt und später als Geschirrtücher benutzt. In einer späteren Phase kamen sie als Flickenteppich und Stoffwindeln zum Einsatz, am Ende wurden sie zur Papierherstellung benötigt. Dieses ökonomische Denken lehrt uns, wie wir Nein zur Verschwendung sagen können, z. B. durch die Verwendung haltbarer und strapazierfähiger Stoffe und Konsumgüter. Unsere Ahnen gehen mit gutem Beispiel voran und zeigen, wie man sich selbst in der Einfachheit entfalten kann und dass es uns manchmal weiterbringt, herumzuexperimentieren, als uns sofort zum Kauf zu verleiten.

Vorführung und Werkstatt


Während wir nachmittags bei der Wiederverwertung von Abfallstoffen über Fragen zur Konsumorientierung unserer Gesellschaft nachsinnen, können wir aus verschiedenen Stofffetzen Telleruntersätze oder Fußmatten sowie schöne Schmuckwaren aus Kunststoff fabrizieren.




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Ungarische Geisteshaltung

Ausstellung des Direktoriums für das immaterielle Kulturerbe


Heutzutage wird jede Gemeinschaft mit der Frage konfrontiert, wie sie ihre eigene kulturelle Prägung und Identität bewahren kann. Dieses Wissen bildet die Grundlage für die Selbstachtung und den Respekt vor anderen Mitmenschen. Im Einklang mit dem UNESCO-Übereinkommen hat das auf dem Gelände des Freilichtmuseums befindliche Direktorium für das immaterielle Kulturerbe die Aufgabe, die immateriellen Kulturgüter von Gemeinschaften, Gruppen oder Individuen zu sammeln, zu dokumentieren und zu veröffentlichen, die in der kollektiven Erinnerung und im Gemeinschaftswissen als lebendiges Erbe anerkannt und praktiziert werden. Die Ausstellung gibt einen Überblick über das ungarische Kulturgut vom Busójárás (Faschingsumzug) bis hin zu jungen Volkskünstlern.

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Schminkvorführung

Vorführung der Schminkschule Maske

Die Motive der volkstümlichen Ornamentik werden von den Visagisten der Schminkschule Maske als moderne Körperbemalung zum neuen Leben erweckt. Unternehmungslustige Besucher können die Schönheit und Vielfalt ungarischer Motive am eigenen Leibe erfahren.

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Leader Strasse

Das Regionalentwicklungsprogramm „Neues Ungarn“ (ÚMVP) ist für die ungarischen Landwirte und die Bewohner kleinerer Dörfer eine einmalige Gelegenheit. In der Zeit von 2007 bis 2013 steht die gewaltige Summe von ca. 5 Milliarden Euro zur Verfügung, um die Landwirtschaft wettbewerbsfähig zu machen und die unterentwickelten Regionen zu unterstützen. Die Leader-Programme sind eine Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union. Ihr Hauptanliegen ist es, neue Strategien und Methoden zu erarbeiten, mit deren Hilfe auch Regionen unterstützt werden, die von den Entwicklungskonzepten der EU-Länder nicht erfasst sind, aber ihre Entwicklung einen Interessenschwerpunkt der Union darstellt. Das Programm legt großen Wert auf die Zusammenarbeit und den Aufbau eines europäischen Netzwerks, in das die lokalen Aktionsgruppen eingebunden sind.

In Ungarn sind bis jetzt 96 LEADER-Gemeinschaften gegründet worden, um die Ziele des Entwicklungsprogramms „Neues Ungarn“ auf regionaler Ebene zu fördern. Die lokalen Aktionsgruppen funktionieren in den 173 ländlichen Kleinregionen als Katalysatoren der Entwicklung. Der größte Vorteil des Programms besteht darin, dass die lokalen Gemeinschaften über die Verwendung der EU-Gelder frei entscheiden können, nachdem ihre auf realen Bedürfnissen und eigenen Entwicklungskonzepten beruhenden Aktionspläne angenommen wurden. Zu den vorrangigen Strategien gehören die effektivste Nutzung natürlicher und kultureller Ressourcen, die Erhöhung der Lebensqualität der in den landwirtschaftlichen Gebieten lebenden Menschen, die Wertsteigerung regionaler Produkte durch kooperatives Verhalten (mit besonderer Rücksicht auf die Vermarktung kleinerer Produkte) und die Anregung zum praxisorientierten Umgang mit neuen Technologien, mit deren Hilfe konkurrenzfähige Produkte und Dienstleistungen angeboten werden können.

Alle 12.000 Akteure der am Programm beteiligten 3021 Ortschaften sind darum bemüht, ihre Region für Einheimische und Touristen immer angenehmer zu gestalten.

Überzeugen Sie sich selbst, wie viel Schönes die ländlichen Gebiete Ungarns zu bieten haben! In den Häusern der Leader Straße werden Sie nachmittags von Mitgliedern der lokalen Leader-Aktionsgruppen mit folgenden Programmen willkommen geheißen: Handwerksvorführungen, auserlesene Produkte, ländliche Genüsse und eine gehörige Portion Gastfreundschaft!

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Rund um die Hochzeit

Vorführung: Verband der Heimatmuseen und lokale LEADER-Aktionsgruppen


Der Verband der Heimatmuseen koordiniert die Tätigkeit der in mehr als 100 Siedlungen bestehenden Heimat- und Dorfmuseen, die sich um die Vermittlung und Erhaltung von Werten des ländlichen Ungarn bemühen. Bei der Programmauswahl orientierte sich der Verband in erster Linie am lokalpatriotischen Angebot seiner Mitgliedsmuseen.

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Spielfeld

Das Freilichtmuseum bringt den Alltag der Landkinder durch die Vorstellung typischer Gebrauchsgegenstände, Gesellschafts-, Geschicklichkeits- und Mann­schaftsspiele der Jugendlichen näher. An riesengroßen Nachbildungen kann jeder testen, wie früher die Kinderhochstühle, Laufgitter und Wiegen funktionierten. Experimentierfreudige Besucher können sich in alten Disziplinen messen wie Stelzenlaufen, Hüpfspiel, Schlagball, Wagenziehen, Fass- oder Wasserschleppen.


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Marktplatz

Der Marktplatz erwartet die auf Geschenkejagd gehenden Besucher mit reichlich verzierten Handwerksartikeln und mit uralten Verfahren hergestellten Waren aus natürlichen Stoffen.

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Hochzeitsküchen

Die Hochzeitsküchen bieten allerlei Köstlichkeiten für hungrige Besucher. In großen Hochzeitskesseln wird alles nur Erdenkliche vom Welspaprikasch mit Nockerln bis hin zum Kuttelnpörkölt mit Eisbein zubereitet, damit die typisch ungarischen Hochzeitsmenüs von jedermann verkostet werden können.


In einer anderen Hochzeitsküche kommt das Fleisch der in Ungarn heimischen Graurinder und Mangalica-Schweine in die Kessel. In den Bauernöfen werden traditionelle ungarische Mehlspeisen, Strudel, Zöpfe und Fladen gebacken.


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Wein- und Gespritztengarten

Die Weinregionen Ungarns werden mit der Unterstützung des Nationalen Programms für Weinmarketing vorgestellt. Trinklustige Besucher können an Weinverkostungen und gastronomischen Vorführungen teilnehmen, Lerneifrige haben sogar die Möglichkeit, Kurse an der Nationalen Weinakademie zu besuchen. Unter schattenspendenden Bäumen werden so die ungarischen Weine zu einem durstlöschenden Hungarikum erhoben.