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Sziget-Festival: Megakonzerte am Tag Null

Unter dem Titel "MUSIK GEGEN RASSISMUS" werden die Sziget-Organisatoren am sog. Tag Null, dem 11. August, in Zusammenarbeit mit der vor 30 Jahren ins Leben gerufenen Initiative Rock Against Racism (RAR), der Kampagne Love Music Hate Racism und der britischen Botschaft eine groß angelegte Konzertreihe veranstalten. Auf der Hauptbühne werden ab Mittag die namhaftesten ungarischen Rockbands und talentierte Jungmusiker sowie einige internationale Künstler auftreten. Gleichzeitig stellen auf der Weltmusik-Bühne ungarische Jazzmusiker ihr musikalisches Können unter Beweis. Dieser Schauplatz wird noch mit einer sensationellen Überraschung aufwarten: Einige der weltbesten Musiker, die früheren Bandmitglieder um Miles Davis, gedenken in Begleitung von indischen Musikern des legendären Jazztrompeten. Mit dem Wochenticket inkl. Camping können Besucher dieses einmalige Musikevent gratis erleben, sonstige Besucher müssen die Hälfte des regulären Tagestickets, also 5000 Forint entrichten.

Auslösendes Moment für die Bewegung Rock Against Racism (Rockmusik gegen Rassismus) waren die öffentlichen Entgleisungen von zwei unsterblichen Figuren des Rock'n'Roll, Eric Clapton und David Bowie. Ursprünglich war im Rahmen der antirassistischen Initiative ein einziges Konzert geplant, im Laufe der Jahre fanden aber weitere vielbesuchte Festivals statt, um der erneuten Flut rassistischer Äußerungen im England der 70er Jahre Einhalt zu gebieten. In der Anfangszeit waren Bands wie Steel Pulse, Tob Robinson Band und Clash an der Aktion beteiligt. Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre kam es dann zu zahlreichen Rock-Against-Racism-Kampagnen. Zum 30-jährigen Jubiläum des ersten Festivals wurde 2009 ein äußerst erfolgreiches Festkonzert im Londoner Victoria Park veranstaltet.

Rock against Racism wurde 2002 als Love Music Hate Racism neugegründet. Auf zahlreichen Konzerten und Festivals waren unter anderen folgende Bands und Musiker mit dabei: Kaiser Chiefs, Damon Albarn, Paul Simonon (The Clash), Babyshambles, Kelly Rowland (Destiny's Child), Basement Jaxx, Jerry Dammers (The Specials), Get Cape. Wear Cape. Fly, Estelle, The View, Kasabian, Ms Dynamite, Kano, Asian Dub Foundation, Belle & Sebastian, Antiflag, Hard-Fi. Das letzte Projekt der Organisation fand während der EP-Wahlkampagne am 30. Mai im nordwestenglischen Stoke on Trent statt: Mit dem von 20.000 Musikfans besuchten Konzert wurde ein deutliches Zeichen der Ablehnung von Rassismus gesetzt.

Rock Against Racism wandte sich – mit Hilfe der britischen Botschaft – in diesem Frühjahr an die Organisatoren des Sziget-Festivals, um eine Zusammenarbeit anzustreben. Die jüngsten Ereignisse in Ungarn machten eine Konzertreihe im Rahmen des Sziget-Festivals erforderlich, die den Zusammenhalt und Protest der Musiker gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer äußeren Erscheinung demonstrieren sollte, hieß es in der Begründung. Am 11. August, dem sog. "Tag Null" des Sziget wird dieser enge Schulterschluss in eindrucksvoller Weise demonstriert, wenn sich auf der Hauptbühne bedeutende Vertreter der ungarischen Rockmusik sowie talentierte Jungmusiker durch "die positive Energie der Musik" für die Gleichheit der Menschen stark machen. Die in England entstandene Aktion Rock Against Racism wird jetzt auch beim Sziget-Festival verkünden, dass unabhängig von politischer Überzeugung allein durch die Sprache der Musik Tausende von Menschen für die gute Sache mobilisiert werden können. Die Sziget-Organisatoren fassten den Entschluss, von den Einnahmen der Veranstaltung "MUSIK GEGEN RASSISMUS" eine ungarische Nichtregierungsorganisation zu unterstützen, die sich für diese Ziele einsetzt.

Das Line-Up ist noch nicht vollständig. Folgende Bands und Künstler haben schon ihre Teilnahme zugesagt: LGT, Kispál és a Borz, Heaven Street Seven, Balázs Fecó, KFT, Deák Bill Gyula, Quimby, Beatrice, Kaukázus, Rúzsa Magdi, Péterfy Bori Love Band, Novák Péter, Bródy János, Bikini, Fish!, Irie Maffia, Pannonia Allstars Ska Orchestra, Turbo, Subscribe, Republic, Zanzibár, Jamie Winchester, 30Y, Müller Péter Sziámi und viele andere mehr. Um 11 Uhr nachts ist das Programm auf der Hauptbühne zwar zu Ende, der Tag geht aber weiter: Im Zelt A38-WAN2 stehen unter anderen Animal Cannibals, Ladánybene 27, Dopeman, Anna and the Barbies auf der Bühne, im Budapest Jazz Klub sorgen Jazzmusiker für weitere gute Stimmung.

Miles From India

Im Rahmen eines kulturübergreifenden Festkonzerts zu Ehren des legendären Jazztrompeters werden einige der weltbesten Jazzmusiker, die einst an der Seite von Miles Davis mitwirkten, sowie zeitgenössische Musikgrößen aus Indien das Publikum begeistern. 2008 wurde das Doppelalbum Miles from India herausgebracht. Als Produzent Bob Belden mit der Veröffentlichung von Miles Davis: The Complete on the Corner Sessions beschäftigt war, fand er heraus, dass Davis zwischen 1972 und 1974 indische Musiker in seine Band geholt hatte. Belden suchte daraufhin Yusuf Gandhi, den asiatisch-amerikanischen Inhaber des kleinen Independent-Labels Four Quarters, auf. Da Gandhi die Zusammenarbeit von Davis mit indischen Musikern in guter Erinnerung hatte, war er vom Projekt sofort begeistert.

Dieses Kapitel aus dem Leben von Miles wird mit Hilfe von zwölf amerikanischen und indischen Musikern gezeigt, die als Schützlinge von Davis ihre Karriere begannen und sich später als prägende Figuren der zeitgenössischen Jazzmusik etablierten. Um nur einige zu nennen: Badal Roy, einer der besten Tablaspieler der Welt, spielte früher in den Bands von Ornette Coleman, Don Cherry, Pharoah Sanders, John McLaughlin und Dizzy Gillespie. Tenorsaxophonist Bill Evans der hervorragenden Fusion-Band The Mahavishnu Orchestra. Darryl Jones, Bassist der Rolling Stones seit 1993, wirkte in letzter Zeit an Musikalben von Mike Stern, John Scofield, Herbie Hancock, Sting, Madonna and Eric Clapton mit. Keyboardspieler Robert Irving III, 12 Jahre lang die rechte Hand von Miles Davis, arbeitete in der Folgezeit mit Murray, Wallace Roney und Lenny White. Schlagzeuger Ndugu Chancler hatte Auftritte mit Freddie Hubbard, Santana und Herbie Hancock. Altsaxophonist Rudresh Mahanthappa wurde vom Magazin Down Beat als eine der begabtesten neuen Jazzgrößen bezeichnet. Und zu guter Letzt der mit dem Grammy-Award ausgezeichnete Jazztrompeter Nicholas Payton, der als eine der charismatischsten Figuren des Neobop bereits zwölf Alben zu verzeichnen hat und mit Sängern wie Elvin Jones, Eddie Henderson, Wynton Marsalis, Joshua Redman und Joe Henderson auftrat.

Dieser Tag wird ein kulturübergreifendes Denkmal für die Musik von Miles Davis setzen und da diese Formation nur aus besonderen Anlässen zusammen auftritt, wird dieses Konzert ein einmaliges Erlebnis im Leben aller Jazz-, Rock-, Funk- und Weltmusikfans sein.

The Line-up

Nicholas Payton - Trompete, Robert Irving III - Keyboards, Darryl Jones - Bass, Rudresh Mahanthappa - Altsaxophon, Bill Evans - Tenorsaxophon, Badal Roy - Tabla, U. Shrinivas - Mandoline, Ndugu Chancler - Schlagzeug, Vince Wilburn - Schlagzeug, Selva Ganesh - Kanjira, Hidayat Khan - Sitar, V.K. Raman - Querflöte, Gesang.

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